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Wie man Italiener wird

Wie man Italiener wird

Typisch italienisches Frühstück - Caffe und Brioche

Viele Italiener frühstücken zu Hause gar nichts, sondern machen vor dem Weg zur Arbeit Halt in der Bar. Dort gibt es zum Esspresso oder Cappuccino traditionell ein Cornetto. Cornetti sind eine Art Hörnchen oder Croissants, die entweder mit Marmelade oder Creme gefüllt und manchmal auch mit Puderzucker bestäubt sind. In einigen Regionen wird das Cornetto auch Brioche genannt.

Hat der Italiener seine spärliche Morgenmahlzeit verdrückt, macht er sich auf den Weg zur Arbeit. Erst zwischen zehn und elf Uhr, in der Frühstückspause wird das zweite Frühstück gegessen. Dazu werden in Italien belegte Weißbrotscheiben verspeist. Diese Brote heißen auf italienisch Tramezzino.

Die Tramezzini sind meist mit der typisch italienischen Aufschnitt-Wurst, der Mortadella bestückt, oder mit Salami. Auch eine Scheibe Mozzarella ist aus Auflage beliebt. Mancher Italiener bevorzugt statt der herzhaften Tramezzini ein Cornetto zum Kaffee in der Frühstückspause.

Fare bella Figura - eine schöne Figur

Egal wie mies das Wetter, wie marode die Wohngegend, wie unsicher die wirtschaftliche Situation –Italiener machen stets eine bella figura, eine schöne Figur.

Den guten Eindruck zu kultivieren entspricht der typisch italienischen Begeisterung für alles Schöne. Kaum etwas nehmen unsere südlichen Nachbarn so ernst. Vor allem bei einem Punkt hört der Spaß auf: beim Aussehen. Da spachtelt die Straßenkehrerin in Rom vor Dienstbeginn mit so viel Hingabe Make-up in ihr Gesicht, bohrt auch bei 32 Grad im Schatten in ihren mörderisch hohen Ankleboots kleine Mulden in den Asphalt, dass man sie glatt für ein Model auf dem Weg zum Catwalk halten könnte. Älteren Damen von Welt rutscht das trendige Gucci-Brillengestell von der Nase. Gesetzte Herren hocken in dunklen Anzughosen, steifgebügelten Hemden und polierten Schuhen auf Plastikstühlen vor der Haustür.

Sich in Szene setzen, dabei raffiniert ein wenig blenden. Warum nicht? Mit einer bella figura wertet man in Italien nicht nur sich selbst, sondern auch seine Arbeit oder Lebensumstände auf. Fare una bella figura bedeutet aber weit mehr, als in der Öffentlichkeit tipptopp und geschmackvoll angezogen zu sein. Nämlich: Das Beste aus allem zu machen. Stets gut dazustehen vor sich und anderen ist in Italien Lebensmotto schlechthin.

Wer im Land der Galanterie mit Geduld oder Liebenswürdigkeit knausert, gar die Beherrschung verliert, blamiert sich bis auf die Knochen. Als echter Kenner der »schönen Figur« outet sich, wer sich charmant, schlagfertig und diplomatisch durch den italienischen Alltag wurstelt.

Zeit zum essen 

Pause. Ein Glas Wein, etwas pasta oder riso, danach Fisch oder Fleisch, il dessert, il caffè: Mittags halten Italiener zwei bis drei Stunden Einkehr, nehmen sich Zeit zum Genießen und schöpfen dabei neue Energie. Im Land des dolce vita kommt es nicht darauf an, einen (lästigen) Arbeitstag so schnell wie möglich hinter sich zu bringen, sondern den Graben zwischen Job, Tempo, Terminen und dolce far niente zu überbrücken –am liebsten beim pranzo, dem ganz normalen mehrgängigen Mittagsmahl.

Ferragosto - Ein Volk im Außnahmezustand

Der Ferragosto ist ein typischer italienischer Feiertag, der zwar zufällig mit dem katholischen Feiertag Mariä Himmelfahrt zusammenfällt, eigentlich aber auf feriae Augusti, dh. die Augustferien zurückgeht, ein antiker Brauch, nach der harten Arbeit auf dem Felde unter größter Hitze der vorhergehenden Monate. Traditionell, wer über dem Ferragosto nicht im Urlaub ist, nutzen die meisten Familien diesen Tag für einen Ausflug ans Meer oder auch in die Berge. In den meisten Urlaubsorten gibt es am Abend vorher ein großes Feuerwerk. So auch bei uns. Zwischen 23 und 24 Uhr findet das Feuerwerk über dem Meer statt, danach geht es bis in den frühen Morgen in die Lokale.

Familie ist in Italien alles

Familie in Italien ist alles. Jung verheiratete Paare tafeln allsonntäglich bei Eltern oder Schwiegereltern, stunden-und ein Leben lang. Düsen fröhlich mit nonna, Oma, als Babysitter in den Urlaub.
Urlaub. Solidarische Bande über Generationen hinweg sind selbstverständlich: Enkel scherzen mit zahnlosen Alten, Teenies balgen sich mit Krabbelkindern –gilt in Italien nicht als uncool. La famiglia arbeitet komplizierte Schichtpläne aus, um die hüftoperierte zia, Tante, im ospedale zu waschen, zu füttern und zu pflegen –rund um die Uhr. Steckt außerdem laxen Pflegern gehöriges Trinkgeld zu. Bisnonna, Urgroßmutter, kann von ihrer winzigen Pension nicht leben? Dafür gibt’s –per fortuna –Kinder! Seit jeher verlässt man sich in Italien aufs dicke Blut der Sippschaft statt aufs magere Budget des Staates. Aus nüchterner Notwendigkeit heraus. Vor allem in Süditalien (mangelnde Infrastruktur) ist es wichtig, miteinander auszukommen, ob man will oder nicht. 

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